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IG Braunwald

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14. Mai 2019 Brief an die Einwohner von Braunwald

 

Geschätzte Braunwalderinnen und Braunwalder geschätzte Braunwald Interessierte

 

Um den Einwohnern von Braunwald Gehör zu verschaffen, haben sich die Mitglieder der IG Braunwald (Hans-Heiri Wichser, Reto Glarner, Matthias Kappeler und Hansjürg Kessler) entschlossen, einen Verein zu gründen.

In der Vergangenheit wurde uns von den verschiedensten Akteuren wiederholt vorgeworfen, dass die Braunwalder keine Meinung hätten und nicht wüssten, was sie wollen. Auch schon wurde gesagt, dass es bei 50 Braunwaldern 100 Meinungen gäbe. Beweisen wir den Zweiflern und Skeptikern das Gegenteil. Um uns Gehör zu verschaffen, sind wir auf möglichst viele Mitglieder aus Braunwald und Umgebung angewiesen. Deshalb möchten wir Sie bitten, dem Verein IG Braunwald beizutreten.

Wir wollen aktiv mitbestimmen, wie Braunwald in Zukunft erschlossen werden soll. Es geht um unsere Zukunft und um das Überleben unseres Ortes. Wir wissen was wir brauchen, und dieses Wissen lässt uns besser abschätzen, was für unsere Zukunft wichtig ist. In der aktuellen Steuergruppe, welche für die Erneuerung des Zubringers ins Leben gerufen wurde und welche die Entscheidungsgrundlagen ausarbeitet, ist kein einziger Bürger aus Braunwald mit dabei. Die meisten Mitglieder dieser Steuergruppe verbringen während einem Jahr nicht eine einzige Nacht vor Ort.

Bei der Orientierung am 04. März 2016 in der Tödihalle wurden uns 2 Varianten vorgestellt wie Braunwald möglicherweise erschlossen werden könnte.

Stand März 2016

  • Standseilbahn bis Hüttenberg

  • Luftseilbahn bis Hounduren.

 

Während der öffentlichen Veranstaltung im März 2016, sowie etliche Male in den vergangenen Jahren, wurde uns versprochen und zugesichert, dass man für Ideen offen sei. Diese Vorschläge würden geprüft und die Leistungsträger aus Braunwald sollten unbedingt eingebunden werden.

Bis zum heutigen Datum ist es leider nie zur Erfüllung dieser Versprechen gekommen

Am 26. April 2019 erfuhren wir aus der Südostschweiz, dass für die zukünftige Erschliessung folgende Varianten in Frage kommen.

Stand Mai 2019

  • Standseilbahn wie bestehend (Linthal - Dorf Braunwald)

  • Standseilbahn bis Hüttenberg

  • Luftseilbahn bis Hounduren oder mittlerer Höhenweg

 

Enttäuscht und mit Erstaunen stellen wir fest, dass in dem ganzen Prozess der letzten 3 Jahre die direkt betroffene einheimische Bevölkerung einmal mehr, entgegen allen Versprechen, nicht miteinbezogen wurde.

Heutige Ausgangslage (siehe dazu Berichterstattung Südostschweiz vom 26. April 2019):

  • Neu dazugekommen: Standseilbahn wie bestehend (Linthal - Dorf Braunwald).

    • Dazu wird heute argumentiert, dass die bevorstehende Entwässerung in Bezug auf das Rutschen eine klare Verbesserung bringen würde und man diese Erschliessung problemlos ins Auge fassen könne. Liest man die Berichte der Entwässerungskorporation aus dem Frühjahr 2015 und 2016 hätte man auch schon damals so argumentieren können. Zumal in dem Bericht 2015 von einem ähnlichen umgesetzten Projekt im Kt. Wallis die Rede ist, von dem man erste positive Erkenntnisse hat.

  • Neu dazugekommen: Bergstation mittlerer Höhenweg

    • Diese Variante dürfte wohl nur durch eine Luftseilbahn möglich sein. In der heutigen Zeit eine Luftseilbahn zu bauen wäre eine weitere Braunwalder Speziallösung, (Wie GUB1 und GUB2) über die niemand glücklich wäre. Eingepfercht in einer Grossraumkabine mit 120 Personen würde sogar einen riesen Rückschritt bedeuten. Auch bleibt ein grosses Fragezeichen, wie es ab mittlerem Höhenweg weitergeht. Diese Variante mag beim besten Willen niemand ernst nehmen.

  • Nach wie vor bestehende Variante: Bergstation Hüttenberg

    • Neue Gleise, neuer Tunnel, neu Bergstation, neue Fahrzeuge, neuer Antrieb, neue Elektronik, neues Seil, neue Kreuzung usw usw.  Die Stoosbahn, die 2017 eröffnet wurde kostete 88 Mio.Fr. daraus wissen wir mit ziemlich hoher Sicherheit, dass eine Standseilbahn zum Hüttenberg auch 60 Mio.Fr. kosten würde.

 

Zu all den oben aufgelisteten Varianten wurde uns noch nie erzählt, wie wir während der Bauzeit ins Tal oder nach Braunwald gelangen. Bei den beiden realistischen Varianten Standseilbahn ist ein Betriebsunterbruch von mehreren Monaten bis zu einem Jahr (bei unvorhergesehenen Zwischenfällen) möglich.

 

Das Erschliessungssystem wie wir es heute haben, ist zu kompliziert und zu teuer.

Allein die Betriebskosten belaufen sich über 3 Mio. Fr. pro Jahr.

Die Lohnkosten der Standseilbahn sind von 1.48 Mio.Fr. im Jahr 2013 auf 1.96 Mio.Fr. im Jahr 2017 angestiegen. Dies entspricht einer Erhöhung von 32% bei einem gleichzeitigen Gütertransportrückgang von 9337 Tonnen (2013) auf 7846 Tonnen (2017).

Unter den hohen Betriebskosten der Standseilbahn leidet Braunwald als Wohn- und Arbeitsort. Jetzt ist die Zeit reif um Lösungen zu prüfen, die womöglich günstiger sind und einen echten Mehrwert bringen. Wenn diese Abklärungen nicht jetzt seriös gemacht werden, ist diese Chance ein für allemal vertan.

 

Geschätzte Braunwalderinnen und Braunwalder, hier geht es nicht um die Wahl von irgendwelchen Ortsnamen oder Fahnendesign, sondern hier geht es um UNSERE Existenz die mit der eingeschlagenen Richtung aufs Spiel gesetzt wird.

Mit der so oder so unausweichlichen Investition sollten wir, wenn immer möglich auch einen Mehrwert schaffen. Ohne eine echte Verbesserung werden unsere Kinder in Braunwald keine Zukunft haben. Das örtliche Gewerbe wird weiterhin den Weg des Aussterbens gehen und damit werden noch mehr Arbeitsplätze und ortsansässige Familien verloren gehen.

Im Jahr 2002 hatte Braunwald noch über 100'000 Logiernächte. Heute sind es gerade noch um die 55'000. Die Konkurrenz in der Tourismusbranche schläft nicht. Wollen wir konkurrenzfähig werden, müssen wir innovative Ideen haben und diese auch umsetzen.

 

In der Landratsdebatte zum Richtplan vom 25. April 2019 wurde der Antrag einer Fraktion für eine offene Formulierung zur Art der Erschliessung nach Braunwald durch Regierungs- und Gemeinderäte in mehreren Voten bekämpft und schliesslich abgelehnt. Man begründete die Rückweisung des Antrags unter anderem damit, man hätte jetzt keine Zeit mehr um noch weitere Möglichkeiten zu prüfen. Nachdem 3 Jahre (von 2016-2019) tatenlos verstrichen sind, ohne uns nur ein einziges Mal einzubinden, will man uns jetzt das Messer an den Hals setzen. Die Landratsdebatte hat deutlich gezeigt, dass für die offizielle Seite (Steuergruppe) die oben aufgeführten Varianten verfolgt werden.

So wie wir das beurteilen, können wir in den 3 angekündigten «Mitwirkungsforen» wählen, wo wir die Bergstation haben wollen. Dorf, Hüttenberg oder mittlerer Höhenweg. Wenn es bei der heutigen Bahn bleibt, fragen wir uns, warum 100'000de von Fr. über unsere Köpfe hinweg für endlose Konzepte, Studien, Diskussionen, Expertenmeinungen usw. ausgegeben wurde. Bezahlt wird das alles vom Steuerzahler, zu denen auch wir gehören.

Dies ist nicht das Mitspracherecht, das wir uns vorstellen und welches uns am 04.März 2016 zugesichert wurde.

 

Wenn Sie nicht wollen, dass allein ortsfremde Personen über unsere Zukunft bestimmen und wenn Sie wollen, dass endlich auch andere Erschliessungsmöglichkeiten seriös und umfangreich geprüft werden, können Sie das zeigen, indem Sie der IG Braunwald beitreten.

 

Mit Ihrer Mitgliedschaft erhalten wir eine stärkere Stimme, damit unsere Anliegen Gehör findet und wir im Entscheidungsprozess AKTIV mitreden können.

 

 

Der Vorstand

Matthias Kappeler, Hans-Heiri Wichser, Reto Glarner, Hansjürg Kessler

«am Anfang jeder Tat steht ein Gedanke, nur was gedacht wurde existiert» (Konfuzius)